Erstmal allen nochmal eine schönes Restosterfest
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Lange hatte ich keine Zeit hier mal wieder was zu schreiben. Das lag zum einen daran, dass ich einen wunderschönen Urlaub mit Christian, meiner Mama und ihrem Freund in Blavand (Dänemark) verbracht habe. Aber leider auch aufgrund des Verschwindens meines Catsitter-Katers.
Es war verarbredet, dass ich meine Catsitter-Katzen nach meiner Ankunft in Deutschland auch nochmal für eine Woche betreue damit ihre Dosine ebenfalls in den Urlaub fahren konnte. Es ist von Vorteil, dass wir uns so abwechseln können und so jeder Mal etwas länger weg kann.
Bei meiner Ankunft in Bremen fand ich dann wie üblich einen Zettel von meiner Catsitterin vor was die Woche über so los war. Alles war zum Glück im Lot und Joschi geht immer mehr aus sich heraus. Aimée ist ja eh total unkompliziert was die Betreuung angeht
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Nur leider stand auf dem Zettel der Zusatz, dass mein Catsitter-Kater bereits seit 2 Tagen verschwunden wäre. Das hätte er schon mal gebracht und wäre dann wieder aufgetaucht. Deswegen ist meine Catsitterin auch erst weggefahren, weil sie dachte er würde wie gewöhnlich wieder ankommen.
Der Kater ist seit ein paar Wochen Freigänger und geht über den Balkon im Erdgeschoss raus. Dort hat er so “Absprungbretter” und auch eine kleine Box, wo er mal Übergangsweise bei schlechtem Wetter reinkann.
Nun kam ich dort an und es war nur eine Katze in der Wohnung. Die Zweitkatze mag nicht raus. Anfangs hab´ ich mich dann auf den Balkon gestellt und immer mal gerufen sowie die Leckerliedose geschüttelt – keine Spur von ihm.
Dienstag wurde ich dann langsam unruhig und ging alle Schritte durch was man macht, wenn eine Katze “verschwindet”. Die sprach ich dann mit meiner Catsitterin ab. Ich nahm Mittwoch dann den Impfpass mit nach Hause um ihr seine Chip-Nummer per E-Mail zu übersenden und um ihr einige Links zu schicken, wo sie ihn als vermisst melden kann.
Mir wurde immer unwohler bei der Sachen und ich machte ihr klar, dass es eben auch sein kann, dass er z.B. irgendwo gefangen ist wie z.B. Keller, Garage und Schuppen. In so einem Fall zählt die Zeit. Der Kater von meinem Vater musste auch mal mehrere Tage irgendwo eingesperrt gewesen sein und tauchte dann durchnässt und entkräftet plötzlich wieder auf.
Nur dadurch, dass sie eben nicht Zuhause war, realisierte sie noch gar nicht richtig, dass er nun seit einer Woche schon spurlos weg war. Meine Nerven lagen langsam blank. Der Kleine ist mittlerweile wie meine eigene Katze so oft wie ich ihn betreuue und das geht einem ganz schön nah. Vor allem, weil ich so ein schlechtes Bauchgefühl dabei hatte, dass da was nicht stimmt.
Letzten Donnerstag bekam ich dann eine Nachricht, dass das Tierheim einen Hinweis für uns hatte. In der Straße meiner Catsitterin hatten Anwohner in der Tiefgarage ein Tier rumhuschen sehen. Sie wussten nicht, ob es sich um einen Marder oder eine Katze handle. Beim Tierheim hatten sie eine Lebendfalle ausgeliehen, um das Tier zu fangen.
Ich bekam dann die Nummer der Anwohnerin, die die Lebendfalle aufgestellt hatte und traf mich sofort mit ihr. Voller Hoffnung nahm ich meinen Transportkorb mit und dann ging es in die Tiefgarage.
Die Lebendfalle stand dort und wir suchten alles ab. Nichts zu sehen – nur die ganzen Fußspuren auf den Motorhauben. Der Verwalter, der dazu gekommen war, regte sich dann erstmal auf, dass sein Auto ja so dreckig wäre… das war sein einziges Problem und es hätte bestimmt Kratzer abbekommen. Na klar, weil Katzen ja auch mit ausgezogenen Krallen auf Motorhauben rumlaufen
Aufeinmal hörte ich dann dreimal ein Miauen als ich nach dem Namen des Katers rief. Ich schon völlig am Ende heulte erstmal los…ich rief ihn nochmal aber er meldete sich nicht.
Auch die Dame, die die Lebendfalle aufgestellt hatte, hörte ein Rumpeln bei einem Auto. Wir waren uns sicher, dass er unter der Motorhaube sein musste. Nur war es schwierig die Besitzerin des Autos ausfindig zu machen.
Wir klärten schon mit meiner Catsitterin am Telefon die Möglichkeit ab das Auto öffnen zu lassen mit der Feuerwehr…doch das hätten die wohl eh nicht gemacht, die knacken ja keine Autos. Zum Glück telefonierte der Verwalter ständig rum bis er die Halterin des Autos doch noch ausfindig machte. Wir waren alle doch schon etwas ratlos und ich hatte so Angst um diesen Kater. Ich wusste ja nicht in welchem Zustand er war.
Die ältere Dame kam dann mit dem Fahrrad angeradelt und öffnete mühselig das Auto. Doch keine Spur von diesem Kater. Wir mussten einsehen, dass wir ihn einfach nicht finden konnten. Der Verwalter meinte schon, dass er wohl gar nicht mehr in der Tiefgarage wäre. Ich hatte ihn ja aber mauzen hören.
Es war so dermaßen schlimm ihn zu hören aber nicht helfen zu können. Ich konnte ihn nicht sehen, um ihn daraus zu holen und ich war mir zu 100% sicher, dass es der Kater war.
Als ich Zuhause war, musste ich erstmal Joschi und Aimée knuddeln. Der Gedanke, dass der kleine Kater da völlig alleine ohne Fressen und Trinken in der Tiefgarage saß, ließ mich nicht los.
Zuvor wurde mir auch noch aus dem Katzenforum erzählt, dass man eine Lebendfalle niemals lange unbeaufsichtigt lassen darf. Nun wurde mir auch klar warum als ich das Szenario mal im Kopf abspielte: Katze geht in den Käfig zum Fressen, Klappe fällt zu und Katze bekommt Panik. Der Käfig ist aus Eisen, Katzen können sich ja sogar in Panik schon in den Plastiktransportkörben verletzen wenn sie da mit den Pfoten ins Gitter gehen.
Ich schlief die Nacht dermaßen schlecht…das konnte so nicht weitergehen. Zumal wir ganze 5 Stunden in der Tiefgarage waren, es armkalt war und ich echt mit den Nerven am Ende war, genauso wie körperlich…Hatte mir einen schönen Husten eingefangen. Alles ohne ihn zu sehen…
Am nächsten Freitagmorgen beschloss ich dann, dass ich den Kater dort rausholen werde, koste es was es wolle.
Also ging ich nochmal zu der Frau hin, die die Lebendfalle aufgestellt hatte, um ihr mitzuteilen, dass das so nicht ging. Außerdem hatte ich einen Napf mit, den ich mit frischem Wasser füllen wollte und sein Lieblingstrockenfutter.
Natürlich war die Frau nicht da… und hatte auch nicht die Lebendfalle beaufsichtigt, was mich ganz schön böse machte. Nun kam ich nämlich auch nicht in die Tiefgarage rein, konnte nichts aufzustellen und auch nicht nach dem Kater schauen. Anstatt dann mal was zu sagen, dass ich da öfters nachgucke…
Wenigstens gab es eine große Pfütze in der Tiefgarage, wovon er hätte trinken können. Das beruhigte mich ein wenig aber er musste unbedingt was fressen…und auch die Pfütze hätte mit Öl verunreinigt sein können, so verlieren die Katzen unheimlich an Kraft ohne alles.
Ich ging wieder in die Wohnung meiner Catsitterin und schrieb ihr eine sms, dass das so nicht geht und auch gefährlich ist. Beim hin und her schreiben, kam mir dann eine Idee.
Die Tiefgarage grenzt direkt an die Wohnung meiner Catsitterin. Also muss der Hausmeister ihres Hochhauses einen Schlüssel dafür haben. Die Hausmeistersfrau kenn ich, da die öfers auch schon mal die Katzen meiner Catsitterin eingehütet hat und ich so mal mit ihr reden konnte.
Ich also in die Etage gefahren, wo der Hausmeister wohnt und geklingelt. Das Glück war auf meiner Seite und die Frau öffnete mir die Tür. Immerhin war Feiertag, da sind viele Leute weg.
Somit konnte ich ihr schildern was vorgefallen war. Sie wusste bereits von der Katze in der Tiefgarage aber nicht, dass es sich um die von ihrer Nachbarin und meiner Catsitterin handele. Entsprechend aufgeregt war sie gleich und fand das ganze, genauso wie ich auch, sehr schlimm. Sie hatte selbst lange Katzen und konnte sich da gut reinversetzen.
Kurze Zeit später waren ihr Mann, sie und ich in der Tiefgarage und suchten alles ab. Alle Türen und die Tiefgarageneinfahrt wurde aufgemacht. Doch von dem Kater keine Spur.
Ich rief ihn, schüttelte mit der Trockenfutterbox – wir fanden ihn einfach nicht. Irgendwann tauchte der Verwalter wieder auf, keine Ahnung woher er wusste, dass wir da unten waren. Ihm ging es wieder um sein Auto.
Er bestätigte aber, dass neue Spuren auf den Autos waren. Denn mittlerweile waren alle der Meinung, dass der Kater durch die offenen Türen bestimmt jetzt schon rausgehuscht war.
Und ich redete mir den Mund fusselig, dass der noch da sein musste und ich selbst nicht wüsste wieso wir ihn nicht sehen würden. Ich war echt schon kurz wieder imens traurig zu werden, weil mir Niemand glaubte.
Der Verwalter teilte mir dann nebenbei mit, dass die Lebendfalle Samstag wieder abgeholt werden sollte. Da ja Feiertage wären, könnte die Niemand beaufsichtigen. Da riss ich echt die Augen auf und dachte: hallo? man stellt keine Lebendfalle auf, wenn man sich eh nicht drum kümmert und dann 2 Tage nach dem Aufstellen gibt man die wieder zurück. Was für ein Konzept… aber es ging ihm wie gesagt eh nur ums Auto.
Ich ihm angeboten, dass ich die Lebendfalle betreue, wenn ich Zugriff auf die Tiefgarage bekomm. Zudem redete ich ihm ins Gewissen, dass 2 Tage eh zu kurz sind für so eine Aktion und sie dort kein Nassfutter reinpacken sollten, was vergammelt.
Er erklärte mir dann, dass auf der Lebendfalle Pfand war – ganze 50 Euro – er würde das aber absprechen. Ich hatte ihn also rumgekriegt und das mit dem Pfand hätte ich auch noch hinbekommen. Hauptsache ich hätte den Kater da rausbekommen.
Würde ich da Mittags nichts erreichen in der Tiefgarage dann hätte ich mich wohl nachts auf die Lauer gelegt. Logischer Weise kommen die Katzen eher raus, wenn es komplett ruhig ist.
Als der Hausmeister und der Verwalter in einem Gespräch vertieft waren, ob die Tiefgarage denn nicht mal für ein paar Stunden offen bleiben könnte, riefen beide aufeinmal gleichzeitig: “da! da ist er!!”.
Die Hausmeistersfrau und ich huschten wie vom wilden Affen gebissen durch die Tiefgarage und machten alle Türen zu. Ich sah den Kater zunächst nicht, weil er im Schatten des Reifens vom Auto saß. So muss das die ganze Zeit gewesen sein und da er nicht grade hell ist und sich sehr klein machte, war er unsichtbar.
Der Hausmeister war noch der Ansicht, dass wir ihn raustreiben sollten, was ich gar nicht gut fand. Wenn der eh schon verängstigt ist, wird er nicht direkt nach Hause laufen. Ich hatte extra meinen Transportkorb wieder mitgebracht.
Er muss das Trockenfutter, was ich neben die Lebendfalle gestreut hatte und das frische Wasser zur Kenntnis genommen haben und hatte sich bis dahin durchgearbeitet, doch dann sah er die fremden Personen.
Als die Hausmeistersfrau und ich uns niederknieten und ihm Trockenfutter zuwarfen, kam er dann raus. Ich war soooo glücklich. Er kam sogar auf mich zu und beschmuste mich. Keine Blessuren, keine Kratzer – also ein gesunder Kater.
Kurzerhand stopften wir ihn schnell zu dritt in den Transportkorb. Ich bedankte mich noch bei allen für die Hife und dann brachten wir ihn in die Wohnung. Wir mussten nur ein paar Schritte gehen.
Er muss dort reingehuscht sein in die Tiefgarage und wusste nicht mehr wo der Ausgang war. Man sah nur immer wie er von den Autos versucht hat durch die geschlossenen Fenster zu kommen. Der Hausmeister macht nun heimlich ein paar Latten aus den Fenstern raus, sodass eingeschlossene Tiere auch wieder so rauskönnen. Ihm ging das alles auch sehr Nahe.
Die folgenden Tage verliefen dann so, dass der Kater wieder der Alte war und fraß wie ein Scheunendrescher. Doch die Katze erkannte ihn nicht mehr, weil er nach Tiefgarage roch. D.h. sie hatte Angst vor ihm und ging auf Konfrontation.
Mir tat das alles sehr leid, weil der Kater sie so wie früher behandelte und immer bedröpelt da stand nachdem er wieder angefaucht und gehaun wurde von der Katze. Doch es ist eben eine normale Zusammenführung.
Ich ignorierte das alles so weit es ging, was auch Erfolge zielte denn die Katze ließ wieder etwas mehr Nähe zu. Nebeneinander fressen ging noch nicht und sie haute gerne nochmal zu, sowie ein Faucher war auch immer noch drin aber sie schien sich langsam wieder an ihn zu erinnern.
Das war für sie auch alles etwas viel. 10 Tage war er weg, ich betreute sie, dann taucht er wieder plötzlich auf und riecht komplett anders.
Seit gestern ist meine Catsitterin endlich wieder da. Ich bin echt froh, dass alles so gut endete und ich nun die Verantwortung wieder abgeben kann.
Ich bin aber stolz auf mich, dass ich da nicht locker gelassen habe. Immerhin könnten die Herrschaften, die ich da in der Tiefgarage bequatschten musste, meine Eltern sein…zum Glück sind alle geblieben und waren auch kooperativ.
Ende Gute – Alles Gut
Meinen Husten hab´ ich zwar noch aber der wird auch langsam besser.