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Reload Festival 2010 Zusammenfassung

Vom 02.-04.07.2010 fand erneut das Reload Festival in Twistringen statt. Twistringen liegt 50 Km von entfernt – also direkt “umme Ecke” wie wir Bremer sagen würden.

Nachdem ich ja hier vor 3 Wochen schrieb, dass ich auf Christian gewartet hatte, weil der im Stau stand, wollte ich das chaosreiche Wochenende nochmal rückwirkend zusammenfassen.

Der Freitag startete zunächst dann noch ganz nach Plan. Christian kam zwar eine Stunde später durch den Stau aber wir ruhten uns kurz aus und luden dann die Sachen ein.

Ich hatte die Lebensmittel alle schön in eine Tragekühltasche gepackt, die widerrum in die große Kühltasche und innen packte ich noch Kühlakkus dazwischen. Meine Medikamente kamen auch in eine kleine Kühltasche. Also waren wir bestens gegen die extreme Hitze gewappnet.

Eben noch schön den Katzis “tschüß” gesagt, die wurden in der Zeit von Pia versorgt und ab ging´s zum Auto.

Kaum machte Christian den Motor an, säufte der Wagen bei zu weniger Drehzahl wieder ab. Ein fahren war so nahezu unmöglich. Er parkte dann nochmal um und aufeinmal machte es “woup” und die Lüftung ging nicht mehr. Er also erstmal am Auto rumgebastelt, was auch ein wenig half aber der Motor ging auf längere Zeit immer wieder aus.

Also entschieden wir uns den ADAC zu rufen. Zum Glück kamen wir gar nicht erst aus meiner Straße raus und wir konnten das Auto grade noch so wieder parken. Am Telefon wurde uns gesagt: 90 Minuten Wartezeit, weil etliche Leute aufgrund der Hitze auf Autobahnen liegen blieben.

In der Zwischenzeit machte sich Christian natürlich so seine Gedanken was der ganze Spaß kosten könnte und wo das Problem genau lag. Nach 120 Minuten wurden wie langsam ungeduldig und riefen nochmals an. Es hieß in 10 Minuten wäre ein Mitarbeiter da.

Und es kam dann tatsächlich auch endlich der “gelbe Engel”. Nach längerem Hin und Her hieß es: Lüftung kann man grade nichts machen, muss zur Werkstatt und das mit dem Montor hing wohl mit einer Verkleidung zusammen, wo wohl das Plastik abgebrochen war und sich da etwas abgenutzt hatte. Keine Ahnung wie die Teile heißen – ich hab ja kein Auto.

Nun drängte aber meine Frage: können wir so zum Festival fahren ja/nein. Bange Minuten des Wartens aber der ADAC Mitarbeiter gab grünes Licht.

Der Mitarbeiter meinte dann noch zu uns, ob wir nach Wacken wollen würden bis wir ihm erklärten, dass Wacken tatsächlich in Wacken stattfindet, jetzt noch gar nicht ist und wir ja, wie wir ihm schon sagten, nur 50 Km fahren wollten – nach Twistringen – . Wieder Menschen klüger gemacht ;)

Also ging es endlich los. Wir hatten uns das Navi von meiner Mama ausgeliehen. Zwischendurch stockte der Motor dann nochmal als das Navi ans Auto angestöpselt war… zum Glück ging es dann aber irgendwann.

Um 21 Uhr , nach dem ich von Die Happy schon mal schön 30 Min verpasst hatte, wollten wir auf die Zufahrt Richtung Zeltplatz rauffahren. Dort wurden wir dann aufgehalten… Es hieß:” aufgrund der ganzen Leute, die mit ihrem Auto auf den Zeltplatz gefahren sind, könne man dank der Überfüllung nicht mehr hochfahren und müsste seinen Zeltkram zum Zeltplatz hochtragen”. Ich dachte nur so:” hä? wtf? die hatten doch online geschrieben, dass man mit dem Auto vorfahren dürfte” aber man durfte nicht mal mehr annähernd da parken, um nur mal auszuladen.

Ich also schon endlos genervt… wir entschlossen uns dann erstmal zu schauen wie weit der Zeltplatz vom Parkplatz weg war. Er war WEIT weg, zu Fuß über einen kleineren Hügel und dann mit dem ganzen Kram – no way. Also beschlossen wir, dass auf dem Parkplatz campten.

Auf die Idee waren schon anderen gekommen. Nachteile : es war eine Diestelwiese, die nur abgetrimmt war, also Diesteln lagen flach am Boden, die Wiese war hügelig und die Sanitärenanlagen waren recht weit weg. Vorteil: man hatte Nachts seine Ruhe und konnte wenigstens schlafen und der Parkplatz war nicht so voll, sodass wir uns ausbreiten konnten.

Schlussendlich haben wir nach dem Zeltaufbau noch ein paar Lieder von The Boss Hoss mitbekommen, von Callejon und Walls auf Jericho. The Boss Hoss haben echt gerockt aber am Besten haben mir Callejon gefallen, von den werd ich sicherlich demnächst nochmal ein ganzes besuchen :)

Unsere erste Nacht auf dem Park/Zeltplatz war recht seltsam aber auch irgendwie gemütlich. Hat ja doch was romantisches, wenn man zusammengekuschelt im Zelt liegt. Allerdings musste man sich noch dran gewöhnen, dass immer mal wieder Nachts Autos am Zelt vorbeifuhren…

Unsere 1. Zeltnachbarn waren auch sehr genial. Deren Motto war: “hauptsache das Zelt steht” und wir lachten uns am nächsten Morgen echt kaputt wie die ihr Zelt aufgebaut hatten. Grade mal so zum Reinlegen nur mit einer Stange, leider hab ich davon kein Foto gemacht.

Am nächsten Morgen bemerkten wir, dass wir noch mehr Zeltnachbarn bekommen hatten. Einige hatten auch in ihren Autos übernachtet. Das dermaßen heiße Wetter ließ ja alle Möglichkeiten offen. Wäre da keine Diestelwiese gewesen, hätte man auch so mit Isomatten auf der Wiese schlafen können.

Wir picknickten schön auf unserer Decke und machten es uns auch zum Frühstück gemütlich. Genug leckeres Essen hatten wir ja mit. Da kam auch endlich mal mein Picknick-Set zum Einsatz, was ich zuvor noch extra gekauft hatte.

Dann gingen wir duschen… Die Duschen bestanden aus eine Art “Bauwagen”, wo mehrere offene Duschen nebeneinanderstanden. Ich also dusche angemacht und so vorsichtig wie ich bin, erstmal nur Arm druntergehalten. Das Wasser war mehr als nur ar…kalt. Wasser direkt ausm Feuerwehrschlauch. Also richtig drunterstellen war nicht möglich. Interessant war wenn immer mehr Frauen ankamen und sich dann komplett drunterstellten ohne zu ahnen was da auf sie zukommt. Da ich ja aber selbst einige Monate kein warmes Wasser zum Duschen hatte, dank meiner kaputten Heizung, wusste ich schon wie man am Schnellsten und Effektivsten dann Haare/Körper wäscht. Zu meiner Freude bekam ich dann noch kurz Nasenbluten… ich denke mal, weil der Unterschied von draußen zum Duschen zu extrem war.

Christian wurde schon mal von seinem Duschnachbarn vorgewarnt, dass er sich nicht komplett drunterstellen sollte. Frühmorgens war der Schlauch wohl noch etwas vorgewärmt gewesen aber gegen 9/10 Uhr halt nicht mehr… Nun denn 1 Euro pro Dusche, wenigstens sauber war´s und nicht überfüllt.

Um 13.30 Uhr sollte dann am Samstag die erste Band spielen. Um 13 Uhr waren wir am Festivalgelände, schon völlig durchgeschwitzt und kaputt vom Fußmarsch. Es wurde immer später… nichts von 13.30 Uhr, nicht mal die Securitys waren zu sehen. Also wurde uns das zu blöd und wir sind wieder den langen Fußmarsch zurück zum Park/Zeltplatz.

Mittlerweile hatten wir um die 37 Grad erreicht. Wir bauten unseren Sonnenschirm aus. Wir entdeckten dann wie Zeltnachbarn aus einer Kuhtränke Wasser rausschöpften. Ich hatte so eine kleine Wanne zum Abwaschen mitgenommen, die nun als Fußbad dank Wasser aus der Kuhtränke diente – einfach nur erfrischend bei dem Wetter. Es war uns auch egal, ob wir Bands verpassten denn uns war viel zu warm.

Letztes Jahr war das so ein tolles Festival. Alles gut organisiert, gut vorbereitet auf die Menschen und das Wetter. Es gab z.B. an der Mainstage das Redbull-Zelt zum Sonnenschutz… das war diesmal nicht vorhanden. Diesmal gab es Clubstage, die ein Zelt darstellte…fast wie ein Zirkuszelt aufgebaut, was an den Seiten offen war und die Mainstage. Die Bands überschnitten sich aber bei den Auftritten, was echt ärgerlich war. Man musste entweder andauernd wechseln oder sah gewisse Bands gar nicht. Letztes Jahr gab es nur die Mainstage und die hat völlig ausgereicht. Nur Mainstage und die Besucher waren wenigstens bei den Acts da, so verlief sich das immer und es war teilweise echt leer bei den jeweiligen Bands.

Es gab viele Kleinigkeiten, wo ich enttäuscht war. Ich hatte einfach noch das Bild vom Reload 2010 im Kopf, was perfekt war, allen Spaß gemacht hatte und total reibungslos ablief. So wollte ich das Christian auch zeigen und nun…war alles irgendwie anders. Ich hatte mich das ganze Jahr drauf gefreut und nun ärgerte ich mich schon wenn ich sah, wo wir 2009 geparkt hatten… nämlich 5 Minuten vom Gelände weg und da war auch der Zeltplatz – eigentlich- mal.

Wir fanden uns Nachmittags dann auch wieder auf dem Festivalgelände ein, wo sich immer mehr WIRTZ-Anhänger ansammelten. Zunächst einmal lagen wir mit unserer Decke im Schatten und genoßen die .

Dann ging es in das volle Clubstage-Zelt, wo Deutschland – Argentinien übertragen wurde. Leider viel der Beamer zwischendurch immer mal wieder aus, was ziemlich nervig war aber die entscheidenen Momente konnten wir trotzdem auf der großen Leinwand verfolgen. Natürlich war die Stimmung ausgelassen als wir dann gewannen :) alle feierten nur noch.

Anschließend spielte WIRTZ dann. Ein toller Auftritt… es kamen immer mehr Menschen ins Zelt und schauten sich den Auftritt an. Schön die Band nach Monaten mal wieder zu sehen. Der Auftritt im März in war ja ebenfalls einfach nur klasse gewesen. Ich denke WIRTZ haben nochmal einige Leute von sich überzeugen können. Man sah nach dem Auftritt immer mehr Leute mit LMAA-Shirt rumlaufen :)

Danach fing es langsam an stürmisch zu werden und es zog sich zu. Wir sahen uns noch ein paar Bands an beschlossen dann aber zum Zelt zu laufen. Es war Gewitter angekündigt und unsere Wiese war ja nun mal nicht “befestigt”. Also holten wir unsere Sachen aus dem Zelt falls es durchgeregnet wäre, kontrollierte die Heringe und dann fing es auch schon an zu regen und zu gewittern. Unsere Zeltnachbarn mussten ihren Pavilion wieder abbauen, weil der fast weggeflogen wäre bei dem Sturm.

Als es aufhörte sahen wir uns noch die restlichen Bands an und warteten auf Sepultra. Schlussendlich wurden wir dann Squeezy-süchtig (die Sirup-Eisartigen Getränke) – einfach nur lecker bei der Wärme. Von Selig hörten wir nur Teile.

Um 0.30 Uhr (!) sollten Sepultura dann anfangen zu spielen… daraus wurde dann mal eben 1 Uhr Nachts. Wir guckten uns ein paar Songs an und wanderten dann Richtung Zelt…irgendwann wird man dann auch mal müde (wir zumindestens). Die Zeit an sich fand ich irgendwie auch ziemlich blöde gewählt. Man wollte halt möglichst viele Bands spielen lassen, das merkte man da widerrum total. Bis 2.30 Uhr haben die dann noch gespielt. Fiddlers Green waren ebenfalls sehr nett gewesen, haben ordentlich Partystimmung gemacht.

Zwischendrin wurde dann immer mal wieder gemunkelt, dass die Veranstalter sich kalkuliert hatten. Es waren deutlich weniger Besucher als letztes Jahr da…außerdem herrschte auch hinter den Kulissen Chaos.

Am nächsten Morgen war schon alles routiniert. Der Sonntag fing gemütlich an. Das Duschen sparten wir uns und wuschen uns lieber mit dem Kuhtränken-Wasser (kam halt frisch ausm Brunnen). Unsere Zeltnachbarn hatten es sich auch schön häuslich eingerichtet und so kam man dann immer mal wieder ins Gespräch.

Gegen Mittag ging es wieder zum Festivalgelände, wo um 13.30 Uhr Kings&Killers spielten. Die WIRTZ-Crew samt Daniel guckten sich ebenfalls den Auftritt an. Hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, dass sich deren neue CD noch gut verkaufen wird.

Dann ließen wir den Tag langsam ausklingen. Wir aßen noch ein paar Leckereien auf dem Festivalgelände, dann ruhten wir ein wenig im Schatten und ließen uns mit berieseln.

Abends sollte dann der Hauptact Billy Idol spielen. Respekt 3 Lieder und er war so aus der Puste, dass er längere Redepausen einlegen musste. Seine Stimme fand ich auch nicht grade toll… irgendwie erwartet man eben was anderes aber der Mann ist auch nicht mehr der Jüngste.

Also entschlossen wir uns nach einer Stunden Richtung Parkplatz, um unsere Sachen zu packen und nach Hause zu fahren.

Mittlerweile heißt es, dass das Festival wohl nach Vechta evtl. ziehen könnte. Es kursieren halt diverse Gerüchte, weil einiges schief gelaufen ist.

Mein Resumee: es war ein nettes Wochenende, wir haben das beste draus gemacht aber enttäuscht bin ich immer noch ein wenig. 2010 war nicht mit 2009 zu vergleichen. Ich würde mir wünschen, dass sie einfach nochmal an 2009 anknüpfen, ohne Größenwahn und dass das Festival in Twistringen bleibt, wo es hingehört. Man muss nicht immer mehr wollen, wenn es vollkommen ok ist wie es ist.

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